„Meine Schwester will nicht zugeben, dass sie was Falsches getan hat. Kann ich ihr vergeben, auch wenn sie nicht um Vergebung gebeten hat? Würde es nicht irgendwie bedeuten, dass ich sie ungeschoren davonkommen lasse?”
Was hält _dich_ davon ab zu vergeben?
Wenn du jemandem vergibst, stellst du keine Ansprüche mehr an diese Person, sondern übergibst sie gewissermaßen an Gott. Vergibst du jemandem, so erkennst du Gott als Richter an. Und ihm gebührt die Vergeltung.
Das Leben Josefs ist ein gutes Beispiel dafür. Seine Brüder hatten ihn in die Sklaverei verkauft. Jahre später - als der zweitmächtigste Mann in Ägypten - hatte er die Gelegenheit, sich an ihnen zu rächen. Doch er sagte: _„[...] Bin ich denn an Gottes Stelle?”_ (1. Mose 50,19)
Er entschied sich dafür, Gott zu vertrauen und zu vergeben.
Wenn es jemanden gibt, dem du die Vergebung vorenthältst, heißt das quasi, dass du dir Gottes Position anmaßt. Solltest du nicht lieber den Schuldigen Gott überlassen und dem höchsten Richter vertrauen?
_Seeking Him, Nancy DeMoss Wolgemuth_